Was eine Trachtenlederhose ausmacht

Zum einen wären hier natürlich die bei der Verarbeitung bereits erwähnten Zierstickereien. Traditionell werden diese entweder in grüner, weißer oder gelber Farbe gehalten. Auf der rechten Seite befindet sich eine kleine Tasche für das Jagdmesser, auch Nicker oder Knicker genannt. Dazu kommen anstelle eines Gürtels Hosenträger. Als die Lederhosen noch den Bauern als reine Arbeitshosen vorbehalten waren, wurden sie nicht durch die heute üblichen Hosenträger, dafür aber allerdings durch einen groben Kalbsstrick gehalten. Die beiden Hosenträger sind entweder durch einen breiten geraden oder in V-Form gehaltenen Steg miteinander verbunden, während sie am Rücken auch überkreuzen können. Auf dem Steg finden sich ebenfalls aufwendige Stickereien, oft auch in der Verbindung mit Hirschgeweih-Verzierungen. Aus diesem Material sind auch günstige Lederhosen ausgestattet, nämlich bei den Knöpfen für die Taschen.

Unterschiede in der Qualität von Trachtenlederhosen

Aber auch den Lederhosennähten wird besondere Aufmerksamkeit beigemessen für günstige Lederhosen. Wie ebenfalls schon erwähnt, haben handgemachte, günstige Lederhosen eine Säcklernaht an den Seiten. Aber auch am Gesäß ist die Lederhose vernäht. Der geneigte Leser möge den nun folgenden Ausdruck bitte verzeihen, aber er ist beim Aufbau der Lederhose ein feststehender Begriff und daher in keinster Weise abwerten zu betrachten: Je nach Herkunft der langen Lederhose, also der Kniebundlederhose, ist die sogenannte „Arschnaht“ gerade oder aber tellerförmig über das Gesäß. Nun ist die Lederhose eigentlich vollständig. Eine weitere Besonderheit ist das bayrisch genannte „Hosntürl“, also die Hosentüre. Die Lederhosen haben an der Vorderseite zum Öffnen nämlich weder einen Reisverschluss noch Knöpfe.

Weil die Lederhose so vorne tatsächlich relativ großflächig wie eine kleine Türe geöffnet werden kann, geht man davon aus, dass das auf die Schamkapsel zurückzuführen ist. Die Schamkapsel ist ein Kleidungsstück, welches bis ins 17. Jahrhundert hinein sehr weit verbreitete Mode war. Sie wird darüber hinaus auch an Ritterrüstungen gefunden. Sinn und Zweck ist die extra Bedeckung der Genitalien. Und damit genügend Platz zum Abnehmen der Schamkapsel wäre – so die Vermutung – ist dieses große „Hosntürl“ nötig. Ab und an findet sich aber noch ein Ranzen an der Trachtledernen. Das ist eine Art breiter Gürtel mit Federkielstickerei, der früher als Geldaufbewahrungsplatz diente.