Trachtenpflege und Aufbewahrung

Wie pflege ich meine Tracht richtig?

Ein Dachboden- oder Scheunenfund, vererbt von der Oma oder einem anderen Verwandten. So kann es einem eventuell mit einer Originaltracht gehen. Sollte man daran interessiert sein diese zu bewahren, so ist entweder der Gang zum Museum angesagt, um dort um Aufnahme der Tracht zu bitten, oder man entscheidet sich die Tracht selbst zu lagern. In diesem Fall sind einige Hinweise zur Pflege und zur Lagerung zu beachten.

Zum Schutz vor UV-Licht sollte zuerst einmal ein dunkler Lagerplatz ausgewählt werden. Wichtig ist, dass der Lagerort nicht allzu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Ein gut isolierter Dachboden sollte jedoch ausreichend geeignet sein. Für alte Trachten ist die liegende Lagerung zu empfehlen. Am besten sind Pappkartons, jedoch keine herkömmlichen, sondern welche aus sogenannter Museumspappe. Sie ist säurefrei und erzeugt keine Ausdünstungen, kann also an dem in die Jahre gekommenen Stoff keine weiteren Schäden anrichten. Die Kartons sollten gepolstert und mit Seidenpapier ausgelegt werden. Damit kann ein Eindringen von Schädlingen, wie zum Beispiel Motten, verhindert werden.

Was tun wenn die Motten bereits im Kleidungsstück sind?

Sollte dies bereits der Fall sein, ist eine Methode besonders wirksam: Das Einfrieren der befallenen Kleidungsstücke. Wichtig hierbei ist, bei Verdacht am besten sofort handeln, denn es können sich auch zusätzlich noch Eier und Larven im Stoff befinden, welche mit dem bloßen Auge nicht unbedingt sichtbar sein müssen. Allerdings eigent sich hier nur eine Gefriertruhe und kein herkömmliches Gefrierfach. Damit der Vorgang wirksam ist muss eine Temperatur um die Minus 38 Grad errreicht werden.

Einige Grundregeln für den Umgang mit alten Trachtenexemplaren

Beim Umgang mit solch anfälligen Stücken, sollten einige Dinge beachtet werden. Da das Kleidungsstück durch den PH-Wert der Haut angegriffen werden kann, sollten Baumwollhandschuhe getragen werden. Außerdem sollten die alten Stücke immer mit der ganzen Hand statt mit spitzen Fingern angefasst werden, da einige Stoffe inzwischen morsch und damit zerbrechlich geworden sein können.

Weiterhin sollten keine Rettungsaktionen mit modernen Methoden, wie zum Besipiel durch das Hinterbügeln von Vlieseline, unternommen werden. Wenn auch im ersten Moment eine Stablilsierung erfolgt, so dringt durch den Klebstoff und das Bügeln Feuchtigkeit in den alten Stoff.

Wer diese Tipps beherzigt, der wird noch viel Freude an den alten Stücken haben. Beraten lassen kann man sich jedoch auch in Museen, im Trachtenverein oder bei einem professionellen Textilrestaurator. Es wäre schade, wenn diese historischen Zeugnisse durch falschen Umgang zersört werden würden.

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