Kilt Tracht

Die Trachten anderer Länder – was fremde Kulturen Schönes zu bieten haben

Trachten gibt es sowohl innerhalb Deutschlands als auch weltweit in einer großen Vielzahl. Dabei unterscheiden sie sich sowohl optisch als auch hinsichtlich ihrer Bedeutung oft erheblich untereinander. Das Tragen von Trachten kann auf historische und traditionelle Gründe zurückgeführt werden. Dabei entwickelte sich neben der Berufs- und Zunfttracht auch eine sogenannte Volkstracht. Während mit der Berufstracht die Zugehörigkeit zur Berufsgruppe zum Ausdruck gebracht werden sollte, galt die Volkstracht als regionaltypisch. Bestimmte Regionen, Bevölkerungsgruppen und auch ganze Länder entwickelten daher nach und nach ihre eigenen traditionellen Kleiderordnungen.

Bis heute erfreuen sich Trachten großer Beliebtheit und kommen hierzulande insbesondere bei Festivitäten zum Einsatz sowie vereinzelt auch noch im Alltag. In Bayern und Österreich etwa kommt Lederhose und Dirndl weiterhin gerne zum Einsatz. Gleiches gilt für viele weitere deutsche Bundesländer, in denen sich jeweils eigene traditionelle Trachten entwickelt haben.

Über Deutschland hinaus haben sich weltweit viele weitere Trachten herauskristallisiert. Von eleganter Nationaltracht bis stark auffälligen Trachten ist so ziemlich alles dabei. Nachfolgend werden die verschiedensten Länder mit ihren landes- oder regionaltypischen Trachten vorgestellt.

Schottland – Kilt

Zunächst ein Blick auf die Tracht eines europäischen Landes: der Kilt in Schottland. Wahrscheinlich stellt der „Schottenrock“ im typischen traditionellen Karomuster eine der bekanntesten Trachten weltweit dar.

Die populären „Schottenröcke“ wurde dabei aus Tartan hergestellt. Je nach Muster der Röcke wurden die Menschen in der schottischen Geschichte sogenannten Clans zugeordnet. Die unterschiedlichen Muster der Röcke sind höchstwahrscheinlich auf regionale Unterschiede in der Herstellung der Stoffe zurückzuführen. Da die Menschen ihre Kleidung zumeist regional kauften, entwickelten sich je nach Region unterschiedliche Muster. Die Menschen konnte dadurch bestimmten Regionen in Schottland, sogenannten Clans, zugeordnet werden.

Heute wird der traditionelle Kilt hauptsächlich noch bei Hochzeiten, bei den Highland Games und bei traditionellen Highland Gatherings getragen. Insgesamt ist der Kilt jedoch weiterhin stark präsent in Schottland. Für die Schotten stellt der Kilt eine Zugehörigkeitskleidung dar, welche den Stolz auf die eigene Geschichte symbolisieren soll.

Vietnam – Áo dái

Eine wesentlich exotischere Tracht findet man in Vietnam vor. Dort hat die Tracht weiterhin eine große Bedeutung. So wird sie in einigen Landesteilen sogar noch als Schuluniform verwendet. Die Áo dái ist eine traditionelle vietnamesische Tracht für Frauen und wirkt aufgrund der Optik und der verwendeten Materialien äußerst elegant.

Das Seidenkleid wird dabei bis zu den Knöcheln, teilweise auch kniehoch, getragen. Seitlich hat das Kleid einen Hüftschlitz. Darunter tragen die vietnamesischen Frauen zumeist traditionell eine weiße Seidenhose. Zusätzlich werden aus traditionellen Gründen fast ausschließlich Pastellfarben für die Kleider verwendet.

Zwar gilt die Áo dái allgemein als traditionelle vietnamesische Frauenkleidung, allerdings wird es insbesondere zu zeremoniellen Festlichkeiten auch von Männern getragen. Die Landestradition soll dadurch ganz bewusst gewahrt werden.

Während im Süden, sowie in der Mitte des Landes die Áo dái von Mädchen noch als Schuluniform getragen werden, so findet die elegante Tracht im Norden des Landes ausschließlich bei Festlichkeiten seinen Einsatz.

Eine ähnliche traditionelle und durchaus bekanntere Kleidung wird übrigens bei den buddhistischen Mönchen getragen. Allerdings handelt es sich dabei um eine etwas einfachere Kleidung, die nicht aus Seide, sondern aus Baumwolle hergestellt wird. Das typische buddhistische Gewand trägt den Namen Áo the.

Japan – Kimono

Ebenso ein asiatisches Land mit einer auffällig schönen und über die eigenen Grenzen hinaus bekannten Tracht ist Japan. Die traditionelle Tracht, der Kimono, fand seinen Ursprung wohl bereit im 8. Jahrhundert in der Heian-Zeit. Seitdem bliebt die grundlegende Form des Kimonos unverändert. Der Kimono wird in Japan sowohl von Frauen als auch Männern getragen. Der Kimono ist dabei eine geradlinig geschnittene Robe, welche bis zu den Knöcheln reicht. Auffällig ist er aufgrund des pompösen Kragens und den weitgeschnittenen Ärmeln. Zusätzlich wird er in den buntesten Farben angeboten. Zuletzt wird der Kimono von einer Art Gürtel, welcher am Rücken gebunden wird, zusammengehalten.

Ein typischer Kimono besteht aus bis zu zwölf Teilen und kann nur von den wenigsten japanischen Frauen oder Männern ohne Hilfe angezogen werden. Heute findet der Kimono nur noch bei den älteren Menschen in Japan, insbesondere Frauen, täglich seinen Einsatz. Ansonsten wird der Kimono weiterhin traditionell auf Hochzeiten und Teezeremonien getragen. Weiterhin müssen japanische Sumo Ringer bei öffentlichen Auftritten außerhalb des Ringes einen Kimono tragen.

Kimonos sind in der Regel teuer, da sie häufig handgenäht und aus aufwendig dekorierten Stoffen hergestellt werden.

Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Nepal, Pakistan – Sari

Eine Tracht, die auch im Alltag noch häufig seinen Einsatz findet und je nach Anlass in den verschiedensten Abwandlungen vorkommt, ist der in Südasien häufig getragene Sari. Getragen wird der Sari je nach Kulturraum unterschiedlich. Die südasiatischen Frauen verwenden für ihre Tracht ein etwa 0,80 – 1,20 Meter breites und bis zu 9 Meter langes, nahtlosen Tuch, welches längsrechteckig gewebt wurde. Fertig gebunden ähnelt der Sari einem eleganten Kleid, welches häufig in auffälligen Farben wie etwa rot oder grün getragen wird. Zusätzlich wird eine Schmuckborte verwendet, welche der Tracht eine zusätzliche Eleganz verleiht.

Hergestellt wird der Sari traditionell aus Baumwolle und ist im Gegensatz zu vielen anderen Trachten vergleichsweise günstig zu erwerben. Der Sari wird im südasiatischen Raum seit jeher verwendet und hat im Laufe der Zeit lediglich einige Abwandlungen erlebt. So wird der Sari heute in der Regel mit einem Unterrock und einem kurzärmeligen, bauchfreien Leibchen getragen. In der jüngeren Vergangenheit wurde dagegen ausschließlich das entsprechende Stofftuch gebunden.

Der Sari ist weiterhin eine Alltagskleidung in Südasien und somit überall dort vorzufinden. Zu besonderen Anlässen, wie etwa bei Hochzeiten, wird auf einen Festtagssari zurückgegriffen.

Afrikanische Trachten – von Shama, Hausa Hosen bis zum Bornu Frauenhemd

Natürlich sind Trachten auch außerhalb Europa und Asien weit verbreitet. Eine besonders große Vielfalt an traditioneller Kleidung für beinahe jeden einzelnen Volksstamm findet man in Afrika. Aufgrund der Vielzahl der traditionellen Kleidung dort, auch innerhalb der einzelnen afrikanischen Ländern kann nicht nur eine einzelne besonders populäre Tracht hervorgehoben werden.

Vielmehr sind in Afrika Trachten äußerst beliebt und die Menschen dort symbolisieren durch ihre Kleidung häufig die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

Aufgrund der Vielfältigkeit sind gerade afrikanische Trachten außerhalb Afrikas eher unbekannt.

In den Maghreb Staaten traditionell sind etwa knöchellange Kleider, welche bei Frauen den Oberkörper nahezu vollständig verdecken. Zusätzlich zu den farblich bunten Kleidern wird eine entsprechende farblich passende Kopfbedeckung getragen.

Eine für Äthiopien traditionelle Tracht ist der Shama. Dieser große, längliche Schal wird aus weicher Baumwolle gefertigt und anschließend abhängig von der Wetterlage zur Bedeckung des Körpers genutzt. Der Shama ist dabei mit aufwendigen Stickereien versehen.

Im Sudan dagegen stellen die Hausa Hosen eine traditionelle Tracht dar, welche vorwiegend von Männer zu besonderen Festlichkeiten getragen werden. Die Hausa Hosen fallen dabei durch die linearen Stickereien auf einer aus Baumwolle gefertigten Stoffhose auf.

Eine traditionelle Tracht für Frauen in Nigeria ist das Bornu Frauenhemd. Das Hemd ist mit vielen bunten Stickereien versehen und wird ebenso zu besonderen Anlässen, wie etwa Hochzeiten getragen.

Bolivien, Peru – Cholita

Zuletzt ein Blick nach Südamerika. Auch hier erfreuen sich Trachten weiterhin großer Beliebtheit. In Bolivien und Peru tragen indigene Frauen etwa Trachtenhüte, welche für europäisches Verständnis auf den ersten Blick zwei Nummer zu klein erscheinen.

Der Name Cholita wird dabei von Cholo, dem Namen für einen indigenen Stamm abgeleitet.

Die ursprünglich für Männer hergestellten Hüte vervollständigen zusammen mit einer pollera (Überrock) und einem Schultertuch die Tracht der weiblichen Cholo.

Zum Einsatz kommt die auffällige Tracht vorrangig zu zeremoniellen Festivitäten. Weiterhin ist die Tracht der Cholo streng genommen nicht indigenen Ursprungs. Sowohl die pollera, als auch die Hüte haben europäischen Ursprung. Sowohl die pollera als auch der Hut wurden durch die Kolonialzeit von den Spaniern nach Südamerika gebracht.