Dirndl ändern anpassen

Das Dirndl ist zu eng – was kann nun tun?

Das Dirndl sollte perfekt passen. Es soll Bein- und Bewegungsfreiheit erlauben. Ursprünglich war es eine Arbeitskleidung. Zu eng darf es aber auch nicht sein. Das Dirndl muss fest, aber bequem sitzen. Tanzen, Essen und Vergnügen sind Stichworte, die das Dirndl aushalten muss. Zugleich soll es sexy wirken. Das Mieder liegt eng am Körper an, darf dich aber in deiner Form nicht einschränken. Ist es zu eng, wirft es am Rücken Querfalten. Zu locker darf es aber auch nicht sein, denn dann wird die Brust nicht richtig gestützt. Ein passendes Dirndl endet genau am schwarzen Bereich der Hüfte. Das Dekolleté soll richtig zur Geltung kommen. Den Atem abschwören, darf dir das Mieder aber nicht.

Viele fragen sich, was sie tun können, wenn das Dirndl zu eng ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Kleid anzupassen, ohne es neu kaufen zu müssen. Dazu werden insbesondere folgende Utensilien benötigt:

  • 1 Schere
  • Nahttrenner
  • 1 Maßband
  • Stecknadeln
  • Schneiderkreide
  • 1 Handmaß
  • 1 Nähmaschine
  • Nähgarn, passend zum Dirndl, mit einer Fadenstärke von ca. 100-120

Auch ein Fingerhut kann für die ein oder andere Vorgehensweise dienlich sein, um sich nicht ungewollt in die Fingerspitze zu pieken!

1. Die Kontrolle der Nahtzugabe

Die Nahtzugaben beim Dirndl befinden sich am Armbogen. Sie sind verstört und nicht erkennbar. Zu sehen sind sie nur, an kleinen weißen Stichen im Armbogen.

2. Das Auftrennen der Seitennähte

Seitennähte werden am Oberteil aufgetrennt. Sie sollten nur dort geöffnet werden, wo es notwendig ist.

3. Das Auftrennen der Verbindungsnaht am Oberteil und Rock

Das Oberteil kann beispielsweise seitlich aufgetrennt werden. Der Rock und entsprechend dem Oberteil ebenfalls geweitet werden. 10-15 cm sollten die Rocknähte ungefähr geöffnet werden. Die Verbindungsnaht von Oberteil und Rock sollte ca. 10-12 cm an den Seitennähten aufgetrennt werden.

4. Das Bügeln über geöffneten Nähten

Mit dem Bügel bei geöffneten Nähten, können die Kanten Weg gebügelt werden. Offene Nähte werden am besten leicht gedämpft. Mit Baumwolle- oder Küchenhandtuch lassen sich Stellen an den Seitennähten ausbügeln. Bei eher älteren Dirndln finden sich Farbunterschiede im Stoff. Einstichstellen von Nadeln bleiben aber meist sichtbar.

5. Die neue Dirndlweite abstecken

Minimum beim neuen Abstecken der Dirndlweite sind 0,5 cm Nahtzugabe. Obendrauf kommen die Zentimeter, um welche das Dirndl geweitet wird.

6. Das Nähen der geänderten Seitennähte

Anschließend wird das Oberteil bearbeitet, indem die Seitennähte geändert werden. Es bietet sich an, die Naht doppelt zu nehmen. Empfehlenswert ist dies, da das Dirndl eng anliegt und die Naht immer viel unter Spannung steht. Vorteilhaft ist es, ein dickeres Stück Stoff hinter der zunehmenden Naht aufzulegen, damit der nie Fuß der Nähmaschine komplett auf dem Stoff aufliegt. Es geschieht doch öfter, dass die Nähte ansonsten nicht gleichmäßig und schön genäht werden.

7. Das Weiten des Rockes

Die gewählten Zentimeter, werden langsam in die Rocknaht hinüber gebracht. Sie laufen sozusagen in den Stoff hinein und es entstehen keine Nähtüten. Die neue Rocknaht geht dann direkt in die bestehende Rocknaht über. Es wird empfohlen, die Rockseitennaht deswegen und 10-15 cm zu öffnen. Die Seitennähte werden jetzt mit dem farblich passenden Nebengarn genäht.

8. Das Anstecken des Dirndlmieders

die Seitennähte des Oberteils und des Rockes werden zuerst gebügelt. Anschließend steckt man das Oberteil an den Rock. Das Dirndloberteil benötigt eine Nahtzugabe von ungefähr 2-3 cm. Am Rockbund beträgt sie ungefähr 1 cm. Dieses passt nur problemlos an das Oberteil, nachdem die anderen naht Zugaben sorgfältig eingearbeitet wurden. Beim Stecken ist es sinnvoll, noch einmal Oberteil und Rockteil zu kontrollieren. Die Stecknadeln sollten in der alten Naht stecken, damit nichts verrutscht. Das Rockteil wird ans Mieder gesteckt. Dabei wird das offene Nahtstück zwischen dem Oberteil und Dirndlrock geschlossen. Dabei ist zu beachten, dass die Nahtzugabe beim Oberteil breiter ist als beim Rock.

9. Das Ausbügeln der Falten

Die geweitet Rockseitennaht geht in die bestehende hinein. An dieser Stelle muss der Stoff gut gebügelt werden, damit die ursprüngliche naht oder Nahtzugabe nicht erkennbar ist. Danach ist das Dirndl fertig und passt wieder.

Fazit: Der perfekte Sitz des Dirndls ist einfach wichtig

Neben ein paar einzelnen, ungeschriebenen Regeln (traditionelle Puffärmel werden z.B. bei starken Armen weggelassen und stattdessen wird auf längere Ärmel zurückgegriffen, denn die haben eine leicht kaschierende Wirkung) ist es natürlich ganz besonders wichtig, dass das Dirndl immer gut sitzt. Die vorergehenden Tipps sollten in jedem Fall helfen – denn auch, wenn man in sich noch kein Nähtalent entdeckt hat, sind Nadel und Garn nicht die einzigen Hilfsmittel, um das Dirndl zu weiten.