Die Tracht ist Trend – Traditionelles auf der Wiesn

Traditionelle Trachtenmode ist vor allem auf dem Oktoberfest in München total angesagt: Dirndl und Lederhosen sind sexy und doch irgendwo zwischen Tradition und Moderne. Sie vermitteln Wohlfühl-Stimmung, Zugehörigkeits-Gefühle und Geborgenheit. Auch immer mehr junge Männer und Frauen interessieren sich wieder für ihre Wurzeln – jedenfalls kleidungstechnisch.

Werte und Tradition werden wieder groß geschrieben

In den Wochen vor dem Oktoberfest beginnt in der schönen Metropole an der Isar wieder der Run auf Trachten: Fesche Dirndl, rustikale Lederhosen und hübsche Haferlschuhe wechseln dann besonders oft den Besitzer. Auch viele Touristen und Zugereiste greifen an den Tagen rund ums Oktoberfest besonders gerne zu. Wodurch genau entsteht aber dieser Hype?

Klar: Wir leben im “Global Village”. In den Geschäften liegen überall die gleichen Sachen aus – egal, ob in München, Mailand oder Madrid. Gott ist tot und verbindliche Werte fehlen – kein Wunder, dass die Suche nach der eigenen Idenität heutzutage für viele Menschen eine regelrechte Sisyphosarbeit geworden ist. Genau diese Schwierigkeit und der Wunsch nach einem persönlichen Glauben und verbindlichen ethischen wie ästhetischen Werten bringt viele Leute zur Suche nach ihren eigenen Wurzeln und damit schließlich auch zur Trachtenmode zurück.

Die Lederhose liegt voll im Trend

Ein weiterer Punkt ist, dass für viele Touristen Bayern und die Lederhose einfach zusammen gehören wie Pech und Schwefel. Da Bayerns Wirtschaft seit Jahrzehnten floriert, verbinden viele Geschäftsmänner wirtschaftlichen Erfolg mit Trachten. Während vor 20 Jahren auf den Wiesn meist nur die hübschen Bedienungen in Trachten unterwegs waren, ist es heute schon jeder dritte Besucher – Tendenz steigend!

Man könnte also etwas keck formulieren: Gott ist tot, aber das Dirndl lebt! Na dann, trinken wir noch eine Maß Bier und reden darüber, wie schön es noch zu unglobalisierten Zeiten war – und wie schön es ganz sicher wieder im kommenden Herbst wird, wenn Menschen aus aller Welt in München zusammenkommen, um Werte und Traditionen zu suchen – meist in Form eines tiefen Ausschnitts: Der sorgt nämlich auch in globalisierten Zeiten für ein angenehm warmes Gefühl…

Trachtenpflege und Aufbewahrung

Wie pflege ich meine Tracht richtig?

Ein Dachboden- oder Scheunenfund, vererbt von der Oma oder einem anderen Verwandten. So kann es einem eventuell mit einer Originaltracht gehen. Sollte man daran interessiert sein diese zu bewahren, so ist entweder der Gang zum Museum angesagt, um dort um Aufnahme der Tracht zu bitten, oder man entscheidet sich die Tracht selbst zu lagern. In diesem Fall sind einige Hinweise zur Pflege und zur Lagerung zu beachten.

Zum Schutz vor UV-Licht sollte zuerst einmal ein dunkler Lagerplatz ausgewählt werden. Wichtig ist, dass der Lagerort nicht allzu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Ein gut isolierter Dachboden sollte jedoch ausreichend geeignet sein. Für alte Trachten ist die liegende Lagerung zu empfehlen. Am besten sind Pappkartons, jedoch keine herkömmlichen, sondern welche aus sogenannter Museumspappe. Sie ist säurefrei und erzeugt keine Ausdünstungen, kann also an dem in die Jahre gekommenen Stoff keine weiteren Schäden anrichten. Die Kartons sollten gepolstert und mit Seidenpapier ausgelegt werden. Damit kann ein Eindringen von Schädlingen, wie zum Beispiel Motten, verhindert werden.

Was tun wenn die Motten bereits im Kleidungsstück sind?

Sollte dies bereits der Fall sein, ist eine Methode besonders wirksam: Das Einfrieren der befallenen Kleidungsstücke. Wichtig hierbei ist, bei Verdacht am besten sofort handeln, denn es können sich auch zusätzlich noch Eier und Larven im Stoff befinden, welche mit dem bloßen Auge nicht unbedingt sichtbar sein müssen. Allerdings eigent sich hier nur eine Gefriertruhe und kein herkömmliches Gefrierfach. Damit der Vorgang wirksam ist muss eine Temperatur um die Minus 38 Grad errreicht werden.

Einige Grundregeln für den Umgang mit alten Trachtenexemplaren

Beim Umgang mit solch anfälligen Stücken, sollten einige Dinge beachtet werden. Da das Kleidungsstück durch den PH-Wert der Haut angegriffen werden kann, sollten Baumwollhandschuhe getragen werden. Außerdem sollten die alten Stücke immer mit der ganzen Hand statt mit spitzen Fingern angefasst werden, da einige Stoffe inzwischen morsch und damit zerbrechlich geworden sein können.

Weiterhin sollten keine Rettungsaktionen mit modernen Methoden, wie zum Besipiel durch das Hinterbügeln von Vlieseline, unternommen werden. Wenn auch im ersten Moment eine Stablilsierung erfolgt, so dringt durch den Klebstoff und das Bügeln Feuchtigkeit in den alten Stoff.

Wer diese Tipps beherzigt, der wird noch viel Freude an den alten Stücken haben. Beraten lassen kann man sich jedoch auch in Museen, im Trachtenverein oder bei einem professionellen Textilrestaurator. Es wäre schade, wenn diese historischen Zeugnisse durch falschen Umgang zersört werden würden.

Was eine Trachtenlederhose ausmacht

Zum einen wären hier natürlich die bei der Verarbeitung bereits erwähnten Zierstickereien. Traditionell werden diese entweder in grüner, weißer oder gelber Farbe gehalten. Auf der rechten Seite befindet sich eine kleine Tasche für das Jagdmesser, auch Nicker oder Knicker genannt. Dazu kommen anstelle eines Gürtels Hosenträger. Als die Lederhosen noch den Bauern als reine Arbeitshosen vorbehalten waren, wurden sie nicht durch die heute üblichen Hosenträger, dafür aber allerdings durch einen groben Kalbsstrick gehalten. Die beiden Hosenträger sind entweder durch einen breiten geraden oder in V-Form gehaltenen Steg miteinander verbunden, während sie am Rücken auch überkreuzen können. Auf dem Steg finden sich ebenfalls aufwendige Stickereien, oft auch in der Verbindung mit Hirschgeweih-Verzierungen. Aus diesem Material sind auch günstige Lederhosen ausgestattet, nämlich bei den Knöpfen für die Taschen.

Unterschiede in der Qualität von Trachtenlederhosen

Aber auch den Lederhosennähten wird besondere Aufmerksamkeit beigemessen für günstige Lederhosen. Wie ebenfalls schon erwähnt, haben handgemachte, günstige Lederhosen eine Säcklernaht an den Seiten. Aber auch am Gesäß ist die Lederhose vernäht. Der geneigte Leser möge den nun folgenden Ausdruck bitte verzeihen, aber er ist beim Aufbau der Lederhose ein feststehender Begriff und daher in keinster Weise abwerten zu betrachten: Je nach Herkunft der langen Lederhose, also der Kniebundlederhose, ist die sogenannte „Arschnaht“ gerade oder aber tellerförmig über das Gesäß. Nun ist die Lederhose eigentlich vollständig. Eine weitere Besonderheit ist das bayrisch genannte „Hosntürl“, also die Hosentüre. Die Lederhosen haben an der Vorderseite zum Öffnen nämlich weder einen Reisverschluss noch Knöpfe.

Weil die Lederhose so vorne tatsächlich relativ großflächig wie eine kleine Türe geöffnet werden kann, geht man davon aus, dass das auf die Schamkapsel zurückzuführen ist. Die Schamkapsel ist ein Kleidungsstück, welches bis ins 17. Jahrhundert hinein sehr weit verbreitete Mode war. Sie wird darüber hinaus auch an Ritterrüstungen gefunden. Sinn und Zweck ist die extra Bedeckung der Genitalien. Und damit genügend Platz zum Abnehmen der Schamkapsel wäre – so die Vermutung – ist dieses große „Hosntürl“ nötig. Ab und an findet sich aber noch ein Ranzen an der Trachtledernen. Das ist eine Art breiter Gürtel mit Federkielstickerei, der früher als Geldaufbewahrungsplatz diente.

Günstige Lederhosen in seriösen Shops

Lederhosen erleben gerade in den letzten Jahren wieder eine wahre Renaissance. In vielen Regionen Bayerns ist sie mittlerweile sogar wieder als reine Alltagskleidung anzutreffen. So wird die Lederhose bzw. die Lederhosen-Tracht zumeist auch direkt mit Bayern in Verbindung gebracht. Was viele aber nicht mehr wissen, die Lederhose war noch bis in die 1970er in ganz Deutschland weit verbreitet. Dabei handelte es sich jedoch um sehr günstige Lederhosen, auch einfach gehalten. Die richtige Trachtlederne ist jedoch in der Regel maßgeschneidert und deren Fertigung kann bis zu mehrere Jahre dauern. Eine solche Trachtlederne schafft sich ein Mann in der Regel nur einmal im Leben an, da diese auch ein ganzes Leben getragen werden kann. Also ist nicht nur die Geschichte der Ledertrachten interessant, sondern natürlich auch deren Verarbeitung und was sonst noch zu einer Lederhosentracht dazugehört.

Günstige LederhosenLederhosen erleben gerade in den letzten Jahren wieder eine wahre Renaissance. In vielen Regionen Bayerns ist sie mittlerweile sogar wieder als reine Alltagskleidung anzutreffen. So wird die Lederhose bzw. die Lederhosen-Tracht zumeist auch direkt mit Bayern in Verbindung gebracht. Was viele aber nicht mehr wissen, die Lederhose war noch bis in die 1970er in ganz Deutschland weit verbreitet. Dabei handelte es sich jedoch um sehr günstige Lederhosen, auch einfach gehalten. Die richtige Trachtlederne ist jedoch in der Regel maßgeschneidert und deren Fertigung kann bis zu mehrere Jahre dauern. Eine solche Trachtlederne schafft sich ein Mann in der Regel nur einmal im Leben an, da diese auch ein ganzes Leben getragen werden kann. Also ist nicht nur die Geschichte der Ledertrachten interessant, sondern natürlich auch deren Verarbeitung und was sonst noch zu einer Lederhosentracht dazugehört.

Ursprung und Geschichte der Lederhosen

Ursprünglich war die Lederhose eine reine Arbeitshose der Bauern und Landbevölkerung im Allgemeinen. Die Entstehung der Lederhosen, so wie wir sie heute kennen, geht ziemlich parallel einher mit den gravierenden kulturellen Veränderungen Europas nach der Französischen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals prägte sie sich als Tracht aus. Die eigentliche Entstehung reicht auf das vorhergehende 18. Jahrhundert zurück. Zu jener Zeit waren bei Bauern und Landbevölkerung Pumphosen alltäglich. Die Mode bescherte dem gehobenen Stand Europas zu dieser Zeit Culotten. Die Culotte ist eine Kniebundhose, reicht also bis über die Knie.

Schöne Lederhose kombiniert mit einem HemdDieser Schnitt wurde vor allem vom Bauernstand im bayrischen Osten über Österreich bis ins bayrische Voralpenland übernommen und aus wesentlich robusterem Leder hergestellt, denn schließlich handelte es sich ja um reine Arbeitshosen, die sogar teilweise von Frauen getragen wurden. Mit der zuvor bereits genannten Französischen Revolution veränderte sich ebenso das Modeverständnis in Europa. Die gehobene Gesellschaft sowie die Stadtbevölkerung übernahmen mehr und mehr die von den Revolutionsfranzosen mitgebrachten langen Hosen, die Sansculottes. Die Bauern hielten an ihrer über die Maßen praktischen Arbeitskleidung fest, nur dass man ebenso Sonntagskleidung benötigte. So bildete sich nun langsam die reich verzierte Lederhose heraus.

Lederhose als Arbeitskleidung

Jetzt kam es auch zwischen der reinen Arbeitskleidung und der Tracht für den sonntäglichen Kirchgang zu größeren Unterschieden. Die Arbeitslederhose war eine kurze Lederhose, die nicht über die Knie reichte. Sie war optimal für das Arbeiten als Bauer und natürlich auch bei der Jagd. Die bis über das Knie reichende Kniebund-Lederhose wurde vornehmlich zur Festtagshose. Die kurze Lederhose fand später ebenfalls den Einzug in die Tracht, allerdings nur südlich von München im Voralpenland und ebenso wenig im Rest Deutschlands. Kurze Trachtlederhosen lassen sich daher sehr einfach dieser Region zuordnen. Doch selbst die Kniebundledernen kommen ursprünglich aus diesem Gebiet, weshalb sie allesamt auch als Gebirgstrachten bezeichnet werden.

Unterschiede zwischen Lederhosen

In Bayern unterscheidet man hier auch heute noch insgesamt 5 verschiedene Trachten:

  • die Berchtesgadener Tracht
  • die Chiemgauer Tracht
  • die Inntaler Tracht
  • die Isarwinkler Tracht
  • die Miesbacher Tracht

Dass die Trachten so detailreich in die heutige Zeit getragen wurden, verdanken wir zunächst der großen Popularität von bayrischen Trachten am bayrischen Königshof um 1800. Im Jahr 1830 wurde die „Sammlung Bayerischer National Costüme“ publiziert. Nur wenige Jahrzehnte später wurde einigen Enthusiasten schnell klar, dass es die Tracht, was auch die Trachtlederne beinhaltet, als wichtiges Kulturgut zu pflegen galt. Aus diesem Grund kam es 1859 zur „Gesellschaft Gemütlichkeit“ im bayrischen Miesbach. Den ersten als solchen bezeichneten Gebirgstrachtenverein, den Gebirgstrachten-Erhaltungsverein, gründete um 1883 der Bayrischzeller „Sepp“ Josef Vogl. 1909 folgte der Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine. Während die Richtung für die Ledertracht nun endgültig bestimmt war, wurde die Lederhose als Alltagshose im damaligen Deutschland ebenfalls immer beliebter.

Die Lederhose neben der Tracht im 20. Jahrhundert

Damals entstanden die als erste Jugendbewegung geltenden Wandervögel, hauptsächlich Studenten und Schüler aus dem bürgerlichen Stadtleben, die einem Leben in der Natur und dem Umherziehen in Deutschland frönten. Diese sahen in der Trachtlederhose eine praktische Bekleidung ihrem Lebensstil entsprechend und brachten die Lederhose über ganz Deutschland. Diese hauptsächlich kurzen Lederhosen hatten jedoch keine reichen Verzierungen und Nähte, sollten es doch besonders günstige Lederhosen werden.

Mann und Frau in Trachten

Neben der Lederhose als Tracht günstige Lederhosen als Alltagshosen. Nach dem Ersten Weltkrieg gewann nun die so in ganz Deutschland bekannt gewordene Lederhose immer mehr an Bedeutung. Vor allem die Jugend und junge Männer schätzten die Vorzüge der stabilen Hosen aus Leder, welche auch als Burschenlederhosen bezeichnet werden. Dieser Trend hielt nahezu das gesamte 20. Jahrhundert über an. Erst in den 1970ern verdrängte die wesentlich modischere, aber ebenfalls robuste Jeans günstige Lederhosen immer mehr. Zeitgleich konnten sich jedoch Trachtenlederhosen einer langsam wachsenden Gemeinschaft von Fans erfreuen. Besonders in den letzten Jahren kam die erneute Freude für Lederhosen wieder allgemein in der Bevölkerung an. Inzwischen ist sie in Bayern wieder weit verbreitet, jedoch nicht diese Burschenlederhose, sondern die Trachtlederne. Ganz vorne dabei ist sie natürlich bei Volksfesten und Kirchweihfesten im bayrischen Raum, allen voran ebenso auf der Wiesn, dem Münchener Oktoberfest. Aber auch bei Hochzeiten und anderen Familienfeierlichkeiten sind die Lederhosen häufig anzutreffen. Dazu kommen öffentliche Veranstaltungen und selbst im alltäglichen Leben findet sie eine große Trägerschaft. Hierzu zählt der sonntägliche Kirchenbesuch mit anschließendem Frühschoppen oder Biergartenbesuch nachmittags ebenfalls dazu.

Die Bestandteile der Lederhose

Wie bereits vorab erwähnt, lässt man eigentlich nur einmal im Leben eine Lederhose anfertigen. Entsprechend lange kann die Fertigung dauern. Es sind insbesondere der Aufbau und die einzigartige Verarbeitungsweise, welche sehr viel Zeit kosten. Aber auch das verwendete Material ist über die Maßen außerordentlich wichtig. Heutzutage gibt es auch billige maschinell gefertigte, günstige Lederhosen, aber bei den handgefertigten Einzelstücken gibt es günstige Lederhosen, bei denen auch die Qualität passt. Genau wie bei vielen anderen Produkten gibt es auch bei Lederhosen nahezu keine Grenze nach oben.
Material und Aufbau der Lederhose

Hergestellt werden günstige Lederhosen vornehmlich aus Rothirschleder, weil dieses weicher und sämiger ist als beispielsweise Rindsleder. Nachdem aber in Deutschland Rotwild normalerweise durch den Jäger geschossen wird, weist das Leder oft entsprechende Beschädigungen auf. Deshalb greift man oft auf Hirschleder aus Australien oder Neuseeland zurück. Des Weiteren können aus diesem importierten Material Lederhosen günstig hergestellt werden. Maschinell produzierte, günstige Lederhosen hingegen werden meist aus Wildbockleder angefertigt. Jedoch gibt es auch bei der maschinellen Anfertigung einen Unterschied billige zu preislich günstige Lederhosen. Lederhosen aus Wildbockleder sind als günstige Lederhosen mit guter Qualität einzustufen, während richtige Massenware dann aus Rindsleder gefertigt wird. Immer wieder findet sich ebenso Wildleder. Welches Leder in welcher Farbe verwendet wird, hängt letztendlich auch von modischen Einflüssen ab.

Mann in Lederhose mit Bretzel und Bier

Der Unterschied einer maschinell hergestellten Lederhose zur handgemachten Lederhose ist ebenfalls relativ einfach zu erkennen. Die Stickereien auf der in Handarbeit gefertigten Lederhosen werden nicht komplett durch das Leder hindurch gestochen. Dadurch wirken diese Stickereien erhaben. Im Gegensatz dazu wird bei den massenweise gefertigten Lederhosen das Leder schon aus technischen Gründen vollends durchstoßen. Außerdem werden bei der handgefertigten Lederhose Lederstöße, also die Stellen, wo zwei Lederkanten zusammengenäht werden, die Nähte sichtbar nach außen gesetzt. Zumeist wird hier auch noch ein Ledersteg eingesetzt. Die nach außen gesetzte Naht wird als Säcklernaht bezeichnet, werden Lederhosen günstig und professionell doch vom Säckler in Handarbeit produziert.

Wer Lederhosen günstig erstehen will, wenn es weniger um die Tracht als vielmehr um die praktische Lederhose für den Alltag geht, wird zur Burschenlederhose greifen. Diese werden oftmals aus Rindsleder hergestellt, welches schwarz oder grün ist. Einzige Verzierung, die von der Trachtlederhose übrig geblieben ist, ist hin und wieder ein Eichenlaub. Daneben ist zumeist auch eine kleine Tasche für ein Taschenmesser vorhanden. Bei diesen Burschenlederhosen handelt es sich um sehr günstige Lederhosen, allerdings nicht minder einfach gehaltene Hosen. Denn eine echte Trachtlederhose ist wesentlich üppiger ausgestattet.

Der Dirndl-Schleifen-Code

Die besondere Bedeutung der Schürzenschleife am Dirndl

Traditionskenner wissen genau, welche besondere Bedeutung die Schleife am Dirndl hat. Die Dirndl-Schleife verrät welche Frau im Dirndl angesprochen werden darf und von welchem Flirt man besser die Finger lässt. Also stellt sich die Frage: Wo sitzt die Schleife der Schürze richtig?

Dirndl Schleife

Die Schleife links gebunden bedeutet: unverheiratet

Schleife links, Glück bringt’s – lautet das Motto der Bayern. Bindet die Dirndl-Trägerin ihre Schleife auf der linken Seite ist sie offen für Annäherungsversuche, denn dies ist ein Signal dafür, dass sie ledig ist. Dies erspart die lästige Frage nach dem Beziehungsstatus und beide Parteien wissen von Anfang an, was der Andere möchte. Falls Sie verwundert sind, dass Sie nicht angesprochen werden, überprüfen Sie dringend wo Ihre Schleife sitzt!

Die Schleife rechts gebunden bedeutet: verheiratet

Mit dieser Knotenvariante macht ein Madl auf der Wiesn sehr deutlich klar, dass sie liiert ist und keinerlei Interesse an einem Flirt hat. Die Bayern nehmen dieses Symbol sehr ernst und halten sich von diesen Damen fern. Dies wird auf eine alte Sitte zurückgeführt, nach der die Ehemänner auf der linken Seite neben der Dame gingen und eine große Schleife auf derselben Seite gestört hätte. Das Binden auf der rechten Seite gilt nach dem Brauch jedoch nur für verheiratete Frauen und nicht für Verlobte, Vergeben oder Verliebte. Heutzutage ist die rechts gebundene Schleife jedoch generell ein Symbol für das „Vergebensein“.

Die Schleife mittig gebunden bedeutet: Jungfrau
Bei einer mittig gebundenen Schleife könnte man denken, dass die Dame noch unsicher über ihren Beziehungsstatus ist. Dies ist aber garantiert nicht der Fall, denn diese Art der Bindung signalisiert, dass sie eine Jungfrau ist und eventuell noch nicht bereit für weitergehende Bekanntschaften auf dem Oktoberfest. Also Obacht – an dieser Dame beißen Sie sich vielleicht die Zähne aus.